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Coffea Excelsa: die seltene Kaffeeart mit fruchtigem Charakter

Excelsa gehört zu den Außenseitern unter den Kaffeearten und gilt botanisch heute als Varietät von Liberica. Hier erfahren Sie, woher die Bohnen kommen, wie sie schmecken und worauf Sie im Kaffeevollautomaten achten sollten.

Wer an Kaffee denkt, hat meist Arabica oder Robusta im Kopf. Diese beiden Arten prägen nahezu alles, was in Supermarktregalen und Röstereien angeboten wird. Daneben gibt es jedoch Kaffeearten, die nur einen winzigen Teil der weltweiten Ernte ausmachen und gerade deshalb Neugier wecken. Excelsa ist eine davon. Die Bohne steht für ein ungewöhnliches, oft fruchtig-herbes Geschmacksprofil und wird von Spezialitätenröstereien zunehmend als Entdeckung für experimentierfreudige Kaffeetrinker angeboten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Excelsa botanisch auszeichnet, wo sie heute wächst, wie sie schmeckt und wie Sie die Bohnen in Ihrem Kaffeevollautomaten bestmöglich zur Geltung bringen.

Was ist Excelsa überhaupt?

Excelsa wurde lange als eigenständige Kaffeeart geführt. Genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sie eng mit Liberica verwandt ist. In der aktuellen botanischen Einordnung gilt sie deshalb als Varietät von Coffea liberica. Im Handel und in vielen Röstereien wird der Name Excelsa trotzdem weiterhin verwendet, weil sich Geschmack und Bohnenbild deutlich von klassischem Liberica unterscheiden.

Typische Merkmale der Pflanze:

  • Großer Wuchs: Die Pflanzen wachsen eher baumartig und werden deutlich höher als übliche Arabica-Sträucher.
  • Robustheit: Excelsa gilt als widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und manchen Pflanzenkrankheiten.
  • Anspruchslose Lagen: Sie gedeiht auch in tieferen Höhenlagen, in denen Arabica kaum wirtschaftlich anzubauen ist.
  • Unregelmäßige Bohnen: Die Bohnen sind oft asymmetrisch geformt und variieren stärker in der Größe als bei Arabica.

Herkunft und heutige Anbaugebiete

Ihren Ursprung hat Excelsa in Zentral- und Westafrika. Wirtschaftlich bedeutsam ist sie heute allerdings vor allem in Südostasien. Insbesondere in Vietnam und auf den Philippinen wird sie angebaut, häufig in kleinen Mengen neben anderen Kaffeearten. Auch in einigen afrikanischen Ländern gibt es Anbau, meist jedoch für den regionalen Markt.

Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel rückt Excelsa stärker in den Blick. Weil die Pflanzen mit Hitze und schwankenden Niederschlägen besser zurechtkommen als empfindliche Arabica-Sorten, sehen manche Fachleute in ihr eine mögliche Ergänzung für Regionen, in denen der klassische Kaffeeanbau schwieriger wird. Wie groß diese Rolle künftig tatsächlich sein wird, ist allerdings offen.

Wie schmeckt Excelsa-Kaffee?

Das Aroma von Excelsa wird oft als vielschichtig und eigenwillig beschrieben. Es verbindet fruchtige Noten mit einer herben, teils rauchigen Tiefe. Je nach Herkunft, Aufbereitung und Röstung können Sie folgende Eindrücke wahrnehmen:

  • dunkle Früchte und eine weinähnliche Säure
  • an Trockenobst oder reife tropische Früchte erinnernde Süße
  • röstige, nussige oder leicht popcornartige Töne
  • ein kräftiger, langer Nachgeschmack

Die Qualität schwankt stark. Sorgfältig verlesene und behutsam geröstete Excelsa-Bohnen können überraschend komplex schmecken, während einfache Ware schnell holzig oder bitter wirkt. Achten Sie daher auf Röstereien, die Herkunft und Aufbereitung transparent angeben.

Excelsa im Blend

Häufig wird Excelsa nicht sortenrein angeboten, sondern als Bestandteil einer Mischung. Schon ein kleiner Anteil kann einem Blend mehr Körper, Tiefe und eine fruchtige Note verleihen. Für den Einstieg ist eine solche Mischung oft die zugänglichere Wahl.

Excelsa im Vergleich zu anderen Kaffeearten

MerkmalArabicaRobustaExcelsa
Marktbedeutungsehr hochhochsehr gering
Geschmackfein, aromatisch, oft fruchtig-säuerlichkräftig, erdig, bittererfruchtig-herb, eigenwillig, vielschichtig
Koffeingehalteher niedrighochmeist unter Robusta
AnbaubedingungenHochland, empfindlichTiefland, robustTiefland, sehr robust

Excelsa im Kaffeevollautomaten zubereiten

Grundsätzlich lässt sich Excelsa wie jede andere Bohne im Vollautomaten verarbeiten. Damit das besondere Aroma zur Geltung kommt, helfen ein paar Einstellungen:

  1. Röstgrad beachten: Helle bis mittlere Röstungen bewahren die fruchtigen Noten. Sehr dunkle, ölig glänzende Bohnen können das Mahlwerk verkleben und schmecken schnell verbrannt.
  2. Mahlgrad anpassen: Starten Sie mit einer mittleren Einstellung und verändern Sie den Mahlgrad schrittweise. Wird der Kaffee bitter, stellen Sie etwas gröber ein; wirkt er dünn und sauer, etwas feiner.
  3. Brühtemperatur moderat wählen: Eine mittlere Temperaturstufe verhindert, dass herbe Töne zu dominant werden.
  4. Bohnenbehälter klein befüllen: Da Excelsa meist in kleinen Packungen gekauft wird, füllen Sie nur so viel ein, wie Sie in wenigen Tagen verbrauchen. So bleibt das Aroma frisch.
  5. Restbohnen beachten: Beim Wechsel von einer anderen Sorte sind die ersten Bezüge noch eine Mischung. Bewerten Sie den Geschmack erst nach einigen Tassen.

Excelsa eignet sich gut für Café Crème und Espresso. In Milchgetränken wie Cappuccino kann die fruchtig-herbe Note interessant wirken, wird aber durch die Milch etwas abgemildert.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Röstdatum: Frisch geröstete Bohnen schmecken deutlich besser als lange gelagerte Ware.
  • Herkunftsangaben: Seriöse Anbieter nennen Land, Region und Aufbereitungsmethode.
  • Kleine Mengen: Testen Sie zunächst eine kleine Packung, da das Aroma nicht jedem gefällt.
  • Preis realistisch einordnen: Wegen der geringen Erntemengen liegt Excelsa je nach Anbieter und Qualität oft über dem Preis üblicher Supermarktbohnen.

Häufige Fragen

Ist Excelsa eine eigene Kaffeeart?

Botanisch gilt Excelsa heute als Varietät von Liberica. Im Handel wird sie wegen ihres eigenständigen Geschmacks dennoch meist separat bezeichnet.

Enthält Excelsa viel Koffein?

In der Regel weniger als Robusta. Der genaue Gehalt hängt von Herkunft, Röstung und Zubereitung ab.

Kann ich Excelsa in jedem Kaffeevollautomaten verwenden?

Ja, sofern die Bohnen nicht zu dunkel und ölig geröstet sind. Passen Sie Mahlgrad und Temperatur an, um das Aroma optimal herauszuholen.

Für wen eignet sich Excelsa?

Vor allem für Kaffeetrinker, die Neues ausprobieren möchten und fruchtig-herbe, ungewöhnliche Aromen schätzen. Wer milden Alltagskaffee bevorzugt, beginnt besser mit einem Blend.

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